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Tourenregeln zum Fahren in der Motorrad Gruppe
Geschrieben von Norbert am Sonntag, 09. Mai 2010
Tipps und Tricks

Die meisten Bikerinnen und Biker kennen die allgemeinen Regeln für das Fahren in der Gruppe, jedoch kann es manchmal ganz hilfreich sein, sich das ein oder andere nochmal zu vergegenwärtigen.

Diese Tourenregeln dienen vor allem der SICHERHEIT aller Teilnehmer und tragen Sorge dafür, dass die Tour für alle (egal ob Anfängerin/Anfänger oder Fortgeschrittene/Fortgeschrittener) stressfrei gefahren werden kann.

Rechne beim Fahren immer den den Fehlern anderer und wähle Deine Geschwindigkeit und den Abstand entsprechend! Um eine unfaire Fahrweise zu vermeiden, sollte sich jeder Teilnehmer vor einer Tour die folgenden Regeln vergegenwärtigen:

Pünktlich und mit vollem Tank

Alle Teilnehmer erscheinen pünktlich und vollgetankt (die Maschine, nicht der Fahrer!) am vereinbarten Treffpunkt. Vor Beginn der Tour informiert der TourGuide die Mitfahrer über die ungefähre Route und eventuell bekannte Gefahrenstellen.

Der TourGuide teil die Gruppe in erfahrene und unerfahrene Fahrerinnen und Fahrer ein, wobei die/derjenige mit der schwächsten Maschine und/oder der geringsten Erfahrung direkt hinter dem TourGuide fährt! Diese Reihenfolge ist die gesamte Tour über einzuhalten. Innerhalb der Gruppe gilt Überholverbot!

Den Abschluss bildet eine Fahrerin / ein Fahrer, der die Strecke oder nach Möglichkeit zumindest die Zwischenstopps kennt und die Gruppe im Falle einer Trennung auch alleine weiter bis zum nächsten Rastpunkt führen kann.

Für den TourGuide gilt:

Überhol- und Beschleunigungsmanöver erst einleiten, wenn die gesamte Gruppe beisammen ist! An der Spitze der Gruppe sollte generell zurückhaltender gefahren werden.

Der TourGuide merkt sich den letzen Fahrer / die letzte Fahrerin in der Gruppe, um diese mit einem Blick in den Rückspiegel auf Vollständigkeit überprüfen zu können. Hierzu kann bei größeren Gruppen der Einsatz einer Warnweste extrem hilfreich sein.

An Halte- oder Rastpunkten plant der TourGuide ausreichend Platz für alle Teilnehmer mit ein, idealer Weise so, dass alle in der Gruppenreihenfolge anhalten können.

Tankstopps und Pausen werden in ausreichender Form bei der Tourvorbereitung eingeplant und vor Tourstart bekannt gegeben.

Für die Teilnehmer gilt:

Jeder ist für seinen Hintermann verantwortlich! Ganz wichtig: Notfalls sogar anhalten, dabei jedoch die anderen Verkehrsteilnehmer nicht behindern. Solltest Du feststellen, dass Dein Hintermann wesentlich langsamer wird oder stoppt, so lasse ihn nicht aus dem Spiegel verschwinden, sondern halte selbst an und mache Deinen Vordermann ggf. mit Lichthupe und/oder Signalhorn auf die Situation aufmerksam. Auch sie/er sollte dann stoppen und ebenfalls seinen Vordermann durch Lichthupe und/oder Signalhorn aufmerksam machen. Dies pflanzt sich bis zur Gruppenspitze fort, damit auch der TourGuide mitbekommt, dass ein Gruppenmitglied Probleme hat.

NUR und AUSSCHLIESSLICH der TourGuide dreht dann ggf. um, um nach dem Rechten zu sehen. Der Rest der Gruppe wartet!

Anweisungen des TourGuides ist Folge zu leisten!

Die versetzte Fahrweise bei Gruppenfahrten:

Auf geraden Streckenabschnitten wird innerhalb der Gruppe versetzt gefahren. Der TourGuide fährt mittig / links und der nächste rechts versetzt von ihm und so weiter. Bei Stopps / im Stau etc. hält die Gruppe in Zweierreihe an.

Ganz wichtig: Bei der versetzten Fahrweise NIEMALS zu dicht an den versetzt fahrenden Vordermann aufschließen oder gar auf gleicher Höhe fahren! Bei einem unvermittelten Brems-Ausweichmanöver habt Ihr KEINE CHANCE einen Unfall zu vermeiden! Der notwendige Sicherheitsabstand ist IMMER einzuhalten! Die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten werden eingehalten.

Kleiner Tipp in Sachen "toter Winkel": Achtet auf den Siegel eures Vordermanns! Wenn ihr sein Visier im Spiegel sehen könnt, so kann auch er euch sehen und ihr seid nicht in seinem toten Winkel!

Dabei jedoch den Abstand zum Vordermann auch nicht ZU groß werden lassen, da alle hinterher fahrenden Gruppenmitglieder den Abstand immer wieder einholen müssen und dadurch gezwungen sind, schneller als die Vorausfahrenden zu fahren!

Bei Kurvenstrecken wird die versetzte Fahrweise aufgelöst und jeder fährt auf seiner Sicherheitslinie. Dabei wird an den ausreichenden Abstand zum Vordermann gedacht! Nach einem Kurvenabschnitt wird auf gerader Strecke wieder die versetzte Fahrweise aufgenommen.

Anhalten an Kreuzungen, Brücken, Fähren, Stau etc.

Sollte durch die Verkehrssituation ein Anhalten der Gruppe erforderlich sein, so bildet die Gruppe eine Zweierreihe. Dabei den Abstand zum vorderen Fahrzeug möglichst gering halten, um ein zügiges Anfahren bzw. Überqueren der Kreuzung zu ermöglichen und die Gruppe kurz zu halten.

Überholen

Innerhalb der Gruppe gilt absolutes Überholverbot! Sollte es notwendig sein, ein anderes Fahrzeug außerhalb der Gruppe zu überholen, so ist jeder Teilnehmer für sein Überholmanöver selbst verantwortlich! Nach Abschluss des Überholmanövers behält der Überholende seine Geschwindigkeit bei, damit für die nachfolgenden Teilnehmer genug Platz zum einscheren ist!

Kann der TourGuide die Straße ausreichend weit einsehen, so kann er nach dem Überholen links bleiben und auch weiterhin links blinken, um den Nachfolgenden zu signalisieren, dass die Straße noch frei ist. Das entbindet die Gruppenmitglieder jedoch nicht von ihrer eigenen Verantwortung für das eigene Überholmanöver!

Sollte die Tourgruppe einmal überholt werden, so wird dem überholenden Fahrzeug ein gefahrloses Einscheren auch innerhalb der Gruppe ermöglicht.

Nicht mitziehen lassen und nicht drängeln!

Jede Fahrerin / jeder Fahrer hat sich an Kreuzungen oder bei Überholmanövern selbst zu vergewissern, dass die Strecke frei ist! Es ist ausgesprochen gefährlich, sich vom Vorausfahrenden mitziehen zu lassen! Auch sollte der Hintermann immer mit einem unvermittelten Bremsmanöver seines Vordermanns rechnen!

Die Reihenfolge der Gruppe wird auch beim Überholen IMMER eingehalten! Auch, wenn der Vordermann zögert! Keinesfalls drängeln oder das Gruppenmitglied überholen!

Tanken und Pausen

Grundsatz: Tankt einer, tanken alle. Das Gruppenmitglied mit den geringsten Tankintervallen gibt damit die Tankfrequenz vor.

Nutzt die Pause, um dem TourGuide eine Rückmeldung zu Fahrstil und Geschwindigkeit zu geben und sagt auch ruhig, wenn Euch das Tempo zu schnell ist. Der TourGuide sollte sich dieses Feedback zu Herzen nehmen und seinen Fahrstil entsprechend anpassen.

Grundsätzlich gilt:

  • Seid fair und nehmt Rücksicht auf die anderen.
  • Rechnet mit den Fehlern anderer und passt Euren Fahrstil darauf an.
  • In einer heterogenen Gruppe (was Fahrerfahrung und -stil betrifft) bestimmt der Schwächste / die Schwächste die Geschwindigkeit.

Natürlich kann jede Gruppe zu gewissen Punkten, wie z.B. Geschwindigkeit etc., vor Abfahrt auch abweichende Vereinbarungen treffen. Dennoch sollten bestimmte Grundsätze der Fairness und Rücksicht dabei nicht außer Acht gelassen werden.


Tourenregeln zum Fahren in der Motorrad Gruppe

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  1. Guido schreibt am 10.05.2010 08:01
    Hallo Norbert, wir hatten uns bereits kurz darüber unterhalten: es gibt eine sinnvolle Alternative bei der Gruppenfahrt. Die herkömmliche Art, hintereinander zu fahren und zu hoffen, dass niemand verloren geht, hat einen entscheidenden Nachteil. Hinten muss in der Regel signifikant schneller gefahren als an der Spitze des Feldes. Dies verursacht gerade bei nicht so routinierten Fahrern einen enormen Stressfaktor, weil man ständig in Sorge ist, den Anschluss zu verpassen. 
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    <div>In anderen Gruppen, in denen ich fahre, hat sich hier eine überzeugende Alternative etabliert: der Belgische Kreisel. Hierbei handelt es sich keinesfalls um die aus dem Radsport bekannte Anordnung. Beim Belgischen Kreisel für Motorradgruppen gibt es lediglich zwei feste Positionen. Zum einen den Tourguide, der nie überholt werden darf und zum anderen den letzten Mann, der quasi als Besenwagen fungiert. Bei jedem Abbiegen stellt der Tourguide durch Handzeichen seinen direkten Hintermann an der Abbiegung ab. Dieser Fahrer sollte sich so am Straßenrand positionieren, dass für alle deutlich ist, in welche Richtung es weiter geht. Alle Teilnehmer ziehen an diesem Fahrer vorbei und folgen weiter der Strecke. Der abgestellte Fahrer wartet so lange, bis er den letzten Mann sieht. Vor diesem reiht er sich wieder ein.
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    <div>Der große Vorteil – sobald man das System verstanden hat – liegt darin, dass jeder seine ganz eigenes Tempo fahren kann, egal ob touristisch oder eher sportlich. Die Gruppe kann sich theoretisch weit auseinander ziehen, durch das abgestellte Mitglied bei jeder Abbiegung weiß ich immer, wo es weiter geht. Hat der Tourguide vielleicht einmal keinen Hintermann zum Abstellen mehr hinter sich, wartet er selbst bei der nächsten Abbiegung auf den nächst folgenden Fahrer. Damit ist auch klar: verantwortungsvolles Überholen ist in dieser Gruppe selbstverständlich möglich und kein Problem. das erhöht den Spaß für die Fahrer, die gerne etwas zügiger unterwegs sind. Und benachteiligt nicht die Fahrer, die weniger Dampf unterm Hintern haben oder einfach nicht schnell fahren möchten oder können.
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